Bündnis gegen das World Economic Forum
8. Juli 2010 at 12:11 Filed in:Allgemein 1 Comment
Das World Economic Forum, in Deutschland als Weltwirtschaftsforum bezeichnet, ist eine gemeinnützige Stiftung, die im Jahr 1971 gegründet wurde. Sie hat ihren Sitz im Schweizer Kanton Genf und hat es sich zum Ziel gemacht, hochrangige Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Medien an einen Tisch zu bringen um über brisante Fragen verschiedener Weltthemen zu diskutieren und Lösungen zu finden. Hierfür finden regelmäßig vom World Economic Forum organisierte Veranstaltungen statt. Die bekannteste und die, der die größte Bedeutung beigemessen wird, ist die jährlich stattfindende Hauptversammlung, die im Schweizer Ort Davos angesiedelt ist. Die in der Regel fünf Tage andauernde Fachsitzung kann nur auf Einladung besucht werden und lockt alljährlich mehr als 2.000 Besucher an. Allerdings ruft sie auch immer wieder die Kritiker auf den Plan, die während der Tagung mit Demonstrationen ihre Kritikpunkte untermauern wollen.
Das Jahrestreffen des WEF 2002
Obwohl die Jahresversammlung des World Economic Forums traditionell in Davos stattfindet, ist man im Jahr 2002 von dieser Konsequenz abgewichen und hat das Treffen in New York geschehen lassen. Die offizielle Begründung hierfür lautete, dass man eine Solidargemeinschaft mit den USA verdeutlichen wolle, inoffiziell gingen dieser Entscheidung jedoch Unstimmigkeiten mit der Schweizer Regierung voraus.
2002 fand die größte WEF Versammlung mit dem Themenschwerpunkt „Führung in schwierigen Zeiten“ statt. Hierfür wollte man sich damit auseinandersetzen, wie Armut die Entstehung von Terrorismus begünstigt, wie man Armut bekämpfen und ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum fördern kann, welche Bedeutung ein kultureller Austausch hat und wie gewisse Sicherheitsstandards gewährleistbar werden.
Kritiken am World Economic Forum
Das World Economic Forum kann sich nicht gerade einer großen Beliebtheit erfreuen, was nicht zuletzt daran liegt, dass es sich um eine von Wirtschaft und Politik dominierte Stiftung handelt. Das WEF schreibt sich auf die Fahne, dass es globale Problematiken angehen möchte. Die Qualifikation hierfür wird ihm jedoch von seinen Gegnern abgesprochen. Stattdessen gibt das Jahrestreffen immer wieder Anlass für Demonstrationen verschiedener Anti WEF Bündnisse und vor allem linksorientierter Gruppen. Man geht davon aus, dass durch die vom World Economic Forum angestrebte Globalisierung und durch den Kapitalismus Armut nur verstärkt und die eigentlichen Probleme der hilfsbedürftigsten Menschen außer Acht gelassen würden.
Hinzu kommt das Ausmaß, dass die Jahresversammlung des WEF angenommen hat. Aufgrund der zahlreichen Gegner wird die Region um Davos während der Treffen in ein Hochsicherheitsbereich verwandelt. Versammlungen dürfen nicht mehr ohne Genehmigung einberufen werden und somit werden elementare Grundrechte beschnitten. Die Einhaltung dieser Regelungen wird teils gewaltsam überwacht. Das größte Problem, das die Bündnisse gegen das World Economic Forum sehen, ist jedoch der enorme Kostenfaktor, den die Treffen darstellen: Während über die Armutsbekämpfung debattiert wird, verschlingen die Sicherheitsvorkehrungen Millionen.
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